Nachfolgen ohne Christ zu sein?
Damien verweist auf eine interessante Bemerkung des portugiesischen Premierministers. Dieser hat zur Begründung, warum er eine Gesetzesvorlage zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare befürwortet, gesagt:
Die Eigenheit des Humanisten ist es, dass er sich durch die Herabsetzung eines anderen herabgesetzt fühlt, dass er sich durch den Ausschluss des anderen ausgeschlossen fühlt, dass er seine Freiheit durch Freiheitsentzug für einen anderen eingeschränkt sieht.
Damien fühlt sich dadurch an Matthäus 25, 31-46 erinnert. Kann man Jesus nachfolgen auch ohne Christ zu sein?
Dienstag, 12. Januar, 2010 um 5:46
Das Zitat, welches wiedergegeben wurde, lässt meiner Meinung nach keinen Rückschluss auf den Inhalt zu. Als kleine Denkaufgabe: Ist es möglich, genau diese Sätze zu formulieren mit dem darunterliegenden Überzeugungsgerüst eines Anarchisten, Bolschewisten, Sozialisten. Liberalen, Konservativen? Eines Christen, Juden. Moslem oder Hindu? Womit werden diese Worte dann aber jeweils gefüllt? Ich denke die Füllung wird sehr unterschiedlich sein.
Kleine Bemerkung zu der abschließenden Frage: In Matthäus 16,24+25 steht eine Beschreibung, wie Jesus Nachfolge beschreibt. Es wird da auch deutlich, dass nicht rein praktisches Tun Nachfolge definiert, und dass es sehr wohl einen Preis verlangt, da ist dann evtl. wenig Platz für “eigene Träume und Lebensentwürfe verwirklichen”. Siehe hierzu auch Matthäus 10 wo eine Parallelstelle zu finden ist.
Freitag, 15. Januar, 2010 um 11:16
Es gibt durchaus einen Unterschied zwischen christlich und Christsein. Unsere Welt ist voller christlicher Werte und viele leben christlich. Aber Lebensverändernd ist erst die Beziehung zu Jesus Christus. Auf diesem Blog wird mir auch immer viel zu schnell irgendwelche Strömungen aufgegriffen. Und ich glaube, damit schneidet sich die Postmoderne ins eigene Fleisch, weil plötzlich nichts mehr greifbar ist. Ich sehe die Gefahr dass das Christentum und das Christsein zu einer Philosophie im schlimmsten Fall Ideologie verkommt. Aber es geht um eine persönliche Beziehung des Menschen zu Jesus. Und das ist das, wovor viele Menschen Angst haben. Denn Beziehungen zu führen ist heute nicht mehr so einfach. Hier geht es um Verbindlichkeit. Wir sollten aufhören, unser Christsein (unsere Beziehung zu Jesus) einseitig zu führen. Wann fragen wir Jesus schon mal wie es ihm geht? Was ihm wichtig ist?
Hab schon lange nichts mehr von Daggi oder Andi gehört. Wie gehts euch?
Gruß Hagen